Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.

Die Organisation für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Agrarbereich

Aktuelles vom vlf Unterfranken

30. vlf Frauentag in Iphofen

Iphofen (Susanne Himsel). Zum 30. Mal hat der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern (vlf) zum Fortbildungstag für Frauen eingeladen. Rund 200 Besucherinnen waren der Einladung am Donnerstag, 9. November, in die Karl-Knauf-Halle Iphofen gefolgt. Harald Schäfer, vlf-Bezirksvorsitzender Unterfranken , gratulierte dem Organisationsteam zu dem erfolgreichen 30. vlf-Frauentag und wünschte der seit Jahren von Geschäftsführer Herbert Lang geprägten Veranstaltung, dass es eine „never-ending-story“ (niemals endende Geschichte) werde. Dann überraschte er die vlf-Frauenbeauftragte des Bezirks Unterfranken Nicole Ott und ihre Vorgängerinnen Heidi Schick, Emmy Schoch und Hildegard Schlegel mit einem Blumenstrauß. Denkanstöße zum ausgeprägten Ego-Kult der Gegenwart gab Philosoph und Buchautor Dr. Christoph Quarch in seinem Vortrag „Raus aus der Ego-Falle“. Mittags informierte Fachapothekerin Andrea Thüring in ihrem Vortrag „Zu Risiken und Nebenwirkungen…“, wie jeder selbst einen Therapieerfolg bei Medikamenteneinnahme steigern und mehr Lebensqualität gewinnen kann. Nicole Ott, zweite Vorsitzende im Bezirksverband Unterfranken, begrüßte die Gäste des vlf-Frauentages. Vor dreißig Jahren war die Tagesveranstaltung als „Unternehmerinnenseminar“ gestartet. Rund 30 junge Bäuerinnen sahen sich damals der Herausforderung gegenübergestellt, Verantwortung in der Betriebsleitung von Familienbetrieben mit ihren traditionellen Aufgabenbereichen „Kinder, Küche, Kirche“ zu vereinbaren. Thema der ersten Fachfortbildung war daher die Überlastung von Bäuerinnen und Konsequenzen für Haushalt, Familie und Betrieb. Seitdem war der Zuspruch zu dem Seminartag Jahr für Jahr gewachsen. Neben betrieblichen Themen, zum Beispiel „Einkommensalternativen“ oder „Altersvorsorge“ kamen Informationen zur Persönlichkeitsentwicklung, wie „Erfolgreich ohne auszubrennen“ oder „Genussvoll mitten im Leben: Bewusst essen, täglich bewegen“. Die Fachvorträge zu verschiedenen Themen, die die persönliche, soziale und methodische Kompetenz (genannt „soft-skills“, „weiche“ Fähigkeiten) der Frauen stärke, seien von Anfang an der Erfolgsfaktor dieser Veranstaltung, sagte Harald Schäfer. Inzwischen sei allgemein anerkannt: „Soft-skills sind der Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben“. Dass die Fachvorträge zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Stärkung der Dorfgemeinschaft sehr wichtig seien, bestätigte Ludwig Weigand, zweiter Bürgermeister der Stadt Iphofen, wo die Veranstaltung seit 17 Jahren stattfindet. Angelika Haaf von der katholischen Familienberatung machte auf das Angebot der Beratungsstelle aufmerksam. Katharina Landauer vom AELF Karlstadt stellte das Berufsbild der Hauswirtschaft vor und war am Informationsstand im Eingangsbereich Ansprechpartnerin für interessierte Besucherinnen. Anregungen zum Verhalten im Alltag gaben die beiden Vorträge des Frauentages – bei beiden Themen wurde deutlich, wie wichtig es ist, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dr. Christoph Quarch stellte fest, dass das überall propagierte Streben nach Selbstverwirklichung ohne Rücksicht auf andere, das Leben als Egoist, in eine Sackgasse führe. Die Menschen seien drauf und dran, sich selbst durch die von ihnen gebauten (digitalen) Maschinen zu ersetzen. Daher sei eine Änderung des „egoistischen Menschenbildes“, eine Therapie der darunter leidenden Gesellschaft, dringend notwendig. „Menschen wollen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft“, sagte Quarch. Sie wollten aber auch die Freiheit, sich als individuelle Persönlichkeit zu entfalten. Sein Rezept, wie diese beiden Bedürfnisse in Einklang gebracht werden könnten: Kreativität und Individualität entfalten in der Begegnung mit anderen. Grundlage dafür seien Gespräche, die den Blick für andere öffnen. Andrea Thüring sensibilisierte die Zuhörerinnen in ihrem Vortrag dafür, dass viele Krankheiten auf Neben- und Wechselwirkungen der eingenommenen Medikamente zurückzuführen seien, wie Studien nachgewiesen hätten. Als mögliche Störfaktoren einer optimalen Therapie benannte sie frei verkäufliche Arzneimittel, Kräuterpräparate und manche Lebensmittel. Aber auch die Ernährung und körperliche Tätigkeit spielten bei der Therapie eine große Rolle. Sie gab den Zuhörerinnen mit auf den Weg, dass eine Medikation in Fachhände gehöre. Das Risiko für eine falsche Anwendung von Medikamenten könne gesenkt werden, wenn man sich von einem Fachmann beraten lasse, der Kenntnis über Ernährung, Lebensstil, Dauermedikamente und Krankheiten des Patienten habe.