Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.

Die Organisation für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Agrarbereich

Meisterpreis-Verleihung Landwirtschaft und Verleihung der Hans Eisenmann-Urkunde in Ingolstadt

Am Montag, den 2. Dezember 2013 fand die Meisterpreis-Verleihung für Agrarberufe durch die Bayerische Staatsregierung im Festsaal des Theaters Ingolstadt statt. Der Verband landwirtschaftlicher Meister und Ausbilder in Bayern zeichnete in „alter Tradition“ den besten Prüfungsteilnehmer mit der Hans Eisenmann-Urkunde aus. Den Meisterpreis erhalten jedes Jahr die besten Meisterinnen und Meister Ihres Jahrgangs.145 von 705 Meisterinnen und Meister aus 14 verschiedenen Agrarberufen kamen nach Ingolstadt, um Ihre besondere Ehrung entgegen zu nehmen.

Verleihung der Hans Eisenmann-Urkunde im Rahmen der Meisterpreisverleihung
für Agrarberufe am 02.12.2013 im Festsaal des Theaters Ingolstadt:
Staatsminister Helmut Brunner, die Eltern des Preisträgers Martin
Maier aus Grilling, Gemeinde Chieming und Harald Schäfer, 1. Vorsitzender
VLM Bayern (Bild: StMELF)

Verleihung der Hans Eisenmann-Urkunde im Rahmen der Meisterpreisverleihung für Agrarberufe am 02.12.2013 im Festsaal des Theaters Ingolstadt: Staatsminister Helmut Brunner, die Eltern des Preisträgers Martin Maier aus Grilling, Gemeinde Chieming und Harald Schäfer, 1. Vorsitzender VLM Bayern (Bild: StMELF)

Begrüßung

Staatsminister Helmut Brunner begrüßte alle Ehrengäste, u.a. die Neuabgeordnete im Bayerischen Landtag und Mitglied im Agrarausschuss Tanja Schorer-Dremel, den BBV-Präsidenten Walter Heidl, BBV-Bezirkspräsident Anton Kreitmair und Max Weichenrieder, ehemaliger Abgeordneter des Bayerischen Landtags und ehem. Bezirkspräsident des Oberbayerischen Bauernverbandes sowie die Meisterinnen und Meister mit ihren Familien.

Festrede

Zum Beginn seiner Festrede sprach der Minister den Preisträgern gegenüber große Anerkennung aus. Die steigenden Ausbilderzahlen seien ein sichtbarer Beweis für die Zukunftsorientiertheit dieser Ausbildungsqualifikation. Staatsminister Brunner betonte, dass die fachlich und persönlich erworbenen Kompetenzen der Meister und Meisterinnen nicht nur auf dem landw. Betrieb gefragt sind und forderte sie auf, Verantwortung zu übernehmen und vorbildhaft voranzugehen.

Aus-, Weiter- und Fortbildung sind die Voraussetzungen für Persönlichkeitsentwicklung und Erfolg. Auf den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft sei zu setzen. Die Bayerischen Strukturen seien optimale Voraussetzungen dafür, dem nachzukommen. Modell ist die Weiterentwicklung des Bayerischen Weges.

Minister Brunner gab den Meisterinnen und Meistern 3 Ratschläge mit auf den Weg. Sie mögen sich nicht mit dem Mittelmaß begnügen und müssen sich ständig selber fordern, denn nur wer sich fordert, wird auch gefördert. Des Weiteren mögen sie Solidarität zu Berufskollegen bewahren, keine Einzelkämpfer sein und sich dem Ehrenamt zur Verfügung stellen. Schließlich sei auch ein Weiterdenken in der Produktionstechnik, kluges Management sowie in der Vermarktung von Produkten erforderlich, um den Betrieb zukunftsfähig zu machen.

Staatsminister Helmut Brunner bat darum, sich seiner Verantwortung bewusst zu sein, charakterlich immer ein Vorbild zu sein, das Gelernte an Dritte weiterzugeben, Wissenstransfer aktiv zu gestalten und die Herzensbildung und Persönlichkeitsbildung in den Vordergrund zu stellen. Es seien drei Dinge, die einen guten Meister ausmachen: 1. Wissen, 2. Können und 3. Wollen, also Hand-werker, Mundwerker und Herzwerker.

Minister Brunner wünschte allen Meisterinnen und Meistern Erfolg, Lebensfreude und Lebensglück!

Grußworte

Nach der Festrede des Staatsministers folgten die Grußworte von BBV-Präsident Walter Heidl und Harald Schäfer, 1. Vorsitzender des VLM Bayern.

Herr Heidl beglückwünschte die Preisträger, zu den 20 % der besten Prüfungsteilnehmer zu gehören. Ingolstadt sei eine Stadt, in der Bildung bereits in der Historie eine wichtige Rolle gespielt hat, so habe bereits 1472 Ludwig der Reiche dort die 1. Universität gegründet, nun die LMU in München.

BBV-Präsident Heidl betonte, dass die Landwirtschaft die Zukunftsbranche sei und bat die Preisträger, sich offensiv um die Belange der Landwirtschaft zu kümmern, sowohl im Berufsstand als auch in der Öffentlichkeit. Die Gesellschaft habe sich leider immer weiter von einer modernen Landwirtschaft entfernt. Diese Bilderbuchmentalität müsse aber raus aus den Köpfen, man wolle auch in der Landwirtschaft einen modernen Arbeitsplatz und moderne Technik in Anspruch nehmen.

Herr Harald Schäfer beglückwünschte in seinem Grußwort ebenfalls die 145 Meister und Meiste-rinnen zu ihrem großen Tag und bedankte sich bei Staatsminister Brunner für den politischen Rahmen, die sehr hochwertige, flächendeckende und vor allem für die stark an der Praxis orientierte berufliche Ausbildung bis hin zum Meister. Dieses Erfolgskonzept gelte es weiter auszubauen, dabei sollten zusätzliche Fallstudien zur Mitarbeiterführung überdacht werden und der hausgemachte Engpass beim Praxisbezug der Lehrkräfte entschärft werden. Für den VLM sei das Netzwerk zwischen flächendeckender Landwirtschaftsschule als klassische Unternehmerschule an den Ämtern für Landwirtschaft mit stark an der Praxis orientierten Beratern, die den Nachwuchs unterrichten, alternativlos.

Herr Schäfer wünschte den Preisträgern viel Glück und Erfolg für die Zukunft und appellierte an sie, nicht die Bodenständigkeit zu verlieren und viel Freude an ihrem Beruf zu haben.

Meisterpreis-Verleihung und Verleihung der Hans Eisenmann-Urkunde

Im Anschluss daran wurden die Meisterpreise verliehen. Der beste Landwirtschaftsmeister, Martin Maier aus Grilling, Gemeinde Chieming, wurde zusätzlich vom VLM Bayern geehrt und bekam die Hans Eisenmann-Urkunde von Herrn Schäfer, 1. Vors. des VLM verliehen. Da sich Martin Maier zurzeit in Neuseeland aufhält, nahmen seine Eltern die Ehrung entgegen. Herr Maier hat seine Meisterprüfung am Fortbildungszentrum in Landhut-Schönbrunn mit der Note 1,0 absolviert. Herr Schäfer übermittelte den Eltern die Glückwünsche und definierte in diesem Kontext auch nochmals die Aufgaben des Verbandes: Förderung und Bildung im ländlichen Raum, insbesondere die Meisterausbildung in der Landwirtschaft und Hauswirtschaft.

Dank der Preisträger

Der Dank der Preisträger wurde von Christian Senftl aus Tegernbach gesprochen. Er bedankte sich im Namen aller Meister und Meisterinnen bei den Lehrern, Ausbildern, Mitarbeitern, Lehrbetriebsfamilien, Klassenkameraden, Familien und bei der Politik. Ihn haben insbesondere drei Sätze in seiner Ausbildungszeit begleitet: 1. „Nicht alles was Papi macht ist gut!“ 2. „Ohne Zahlen geht es nun mal nicht“ und 3. „Im Familienbetrieb seid ihr unschlagbar“. Es seien immer Verbesserungen gefordert und es sei enorm wichtig Erfahrungen auf anderen Betrieben zu machen. Des Weiteren sei der Familienzusammenhalt gerade in einem landwirtschaftlichen Betrieb enorm wichtig.

Herr Senftl appellierte aber auch an die Verantwortlichen in Verbänden und Politik, das System beizubehalten, aber auch weiter zu verbessern. Die Wertschätzung für den Meisterberuf in der Gesellschaft fehle leider teilweise und so sei es umso wichtiger, dass die Politik weiterhin die notwendigen Mittel und die Lehrkräfte für die regionale Meisterausbildung zur Verfügung stellt.

Schlussworte

Frau Dagmar Hartleb, 2. Vorsitzende des VLM Bayern, sprach die Schlussworte und gratulierte den jungen Meisterinnen und Meistern ebenfalls zu Ihrer bestandenen Meisterprüfung und zu Ihrem Meisterpreis. Als Meister seien Sie hoch qualifiziert, innovativ und dem Neuen aufgeschlossen. Ihr Wissen, Ihre Begabung, Ihre jugendliche Unbeschwertheit und Ihren Veränderungswillen mögen sie nutzen, um die Zukunft in Ihrem Beruf und Betrieb zu gestalten. Auch von ihrer frisch erworbenen Befähigung junge Menschen auszubilden, sollen die Preisträger Gebrauch machen. Verantwortung für sich selbst, aber auch für den Berufsstand zu tragen, das sei enorm wichtig.

In ihren Schussworten merkte Frau Hartleb aber auch an, dass sich die Rahmenbedingungen für eine qualifizierte Ausbildung leider nicht verbessern, dies sei an unseren Schulstandorten, an der Lehrersituation und der Beratungsentwicklung zu beobachten. In der Politik sei Bildung sehr hoch angesiedelt und habe höchste Priorität. Die Beratung dagegen werde sehr häufig hinterfragt. Der VLM aber sagt: Beratung ist Bildung, diese können nur im Kontext gesehen werden. Landw. Beratung ist aktive Bildungsarbeit im ländlichen Raum.

Anschließend bedankte sich Frau Hartleb beim Bayerischem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Abt. Referat Bildung und Schulwesen in der Agrarwirtschaft, Herr MR Stockinger, für die Organisation der Veranstaltung.

Herrn Minister Brunner und Harald Schäfer dankte Frau Hartleb für die Verleihung der Meisterpreise und für die Grußworte. Und ein Dank ging auch an Frau Susanne Kaiser für die musikalische Umrahmung.

Mitteilung als pdf-Datei zum Download

Imagefilm Hauswirtschaft I
Imagefilm Hauswirtschaft II
vlf-Seite im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt