Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.

Die Organisation für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Agrarbereich

vlf Bundesverband tagt am Seddiner See in Brandenburg

„Fachkräfte braucht das Land – neue Herausforderungen für die Bildung im Agrarbereich“, das war das Thema der diesjährigen Jahrestagung des vlf- Bundesverbandes vom 25.-27. April 2019, zu der sich die Landesverbände des vlf mit dem Dachverband auf Bundesebene in der Heimvolkshochschule Seddiner See in Brandenburg trafen.

Delegierte des vlf Bayern mit Gisela Miethaner, Ministerialrätin a. D., die für ihre großen Verdienste um die hauswirtschaftliche Bildung das Goldene Verbandsabzeichen des vlf-Bundesverbandes erhielt.

Delegierte des vlf Bayern mit Gisela Miethaner, Ministerialrätin a. D., die für ihre großen Verdienste um die hauswirtschaftliche Bildung das Goldene Verbandsabzeichen des vlf-Bundesverbandes erhielt.

Der Wettbewerb um Fachkräfte zwischen den Wirtschaftsbranchen und Berufen hat an Fahrt aufgenommen. Der demografische Wandel trifft die ländlichen Räume in besonderer Weise. Die Landwirtschaft steht im Fokus gesellschaftlicher Diskussionen und in Folge von Digitalisierung, Klimawandel und Tierwohldiskussionen ändern sich die Anforderungen an die landwirtschaftliche Fachbildung.

Dass bei bevorstehendem Fachkräftemangel die Qualität der agrarischen Ausbildung einen besonderen Stellenwert einnimmt, darüber war man sich einig. Nur wer gut ausgebildet ist, kann mit Stimmungen der Gesellschaft umgehen und darauf reagieren, nach dem Motto „nur wer sich mitteilt wird verstanden“. Berufsverbände, wie der vlf müssen die Themen frühzeitig erkennen, aufgreifen und darüber fachlich informieren, damit die Diskussionen konstruktiv geführt werden könne.

Mit einem interessanten Vortragsprogramm begann die Tagung für die Mitglieder. So referierte u.a. Dr. Rainer Gießübel vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und erläuterte, welche Kompetenzen Landwirte in Zukunft brauchen, um mit den Veränderungsprozessen in der Landwirtschaft und in der Gesellschaft zurechtzukommen. Sprachliche Kompetenz und die Fähigkeit, vorausschauend Probleme in der Landwirtschaft und Umwelt zu erkennen, bevor es sich andere Gruppierungen zum Thema machen, seien dabei wichtige Komponenten. Aber auch ressourcenschonendes Wirtschaften, Reduktion von Pflanzenschutzmitteln, weniger Tiere/ha und die Nutzung der regionalen Kreisläufe sind Voraussetzungen, um sich den Veränderungsprozessen anpassen zu können. Eine weitere Kompetenz ist zudem, im landwirtschaftlichen Betrieb eine gute Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Sein Vorschlag: einfach mal im Sommer einen Journalisten auf den Betrieb einladen, der über die Arbeit auf dem Betrieb berichtet.

Nach einem umfangreichen Exkursionsprogramm am 2. Tag wurde am Abend im Rahmen des Festabends Frau Gisela Miethaner, Ministerialrätin a. D., für ihre großen Verdienste um die hauswirtschaftliche Bildung das Goldene Verbandsabzeichen des vlf-Bundesverbandes überreicht. In seiner Laudatio betonte der Präsident des Bundesverbandes Johann Biener, dass Frau Miethaner maßgeblich dazu beigetragen habe, dass auf dem Arbeitsmarkt die Nachfrage nach Fach- und Führungskräften aus der Hauswirtschaft beständig gewachsen ist. Ebenfalls herausragende Verdienste habe sie sich bei der Konzeption des in Triesdorf eingerichteten Kompetenzzentrums Hauswirtschaft erworben.

Eine weitere Ehrung erhielt Dr. Klaus Benthin, der Schulleiter und Geschäftsführer der Heimvolkshochschule Seddiner See. Herr Benthin wurde mit der Theodor-Hensen-Medaille ausgezeichnet.