Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.

Die Organisation für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Agrarbereich

Fokus auf Klima und Nachhaltigkeit 

vlf Landesversammlung im Hotel Asam in Straubing

Die Landesversammlung des vlf Bayern in Straubing befasste sich mit Schlüsselthemen wie Energiewende und Klimapolitik. Mit vier hochkarätigen Referenten, die verschiedene Aspekte dieser Themen beleuchteten, bot die Versammlung einen facettenreichen Blick auf die Rolle des Waldes als Rohstoffquelle bis hin zur politischen Willensbildung angesichts der ökologischen Krise. Höhepunkt der Versammlung war die Verleihung der Goldenen Verbandsabzeichen.

Verleihung des Goldenen Verbandsabzeichens des vlf Bayern an: vorne v.l. Albert Gollwitzer, Hans Walter, Berta Faßold, Johann Kobler, Karl Erhart, Dr. Susann Rosenberger, Thomas Mirsch, mitte v.l. Georg Mayer, Friedrich Gronauer-Weddige, Karl Erhart, hinten v.l. Roswitha Kammermeier, hinten 3.v.l. Rolf Oehler, Regine Bodenschatz, Sabine Schübel, Josef Waas, mit den Vorsitzenden Hans Koller (hinten 2. V.l.) und Christine Wutz (h.l.)
Foto: Hans Böll

Verleihung des Goldenen Verbandsabzeichens des vlf Bayern an: vorne v.l. Albert Gollwitzer, Hans Walter, Berta Faßold, Johann Kobler, Karl Erhart, Dr. Susann Rosenberger, Thomas Mirsch, mitte v.l. Georg Mayer, Friedrich Gronauer-Weddige, Karl Erhart, hinten v.l. Roswitha Kammermeier, hinten 3.v.l. Rolf Oehler, Regine Bodenschatz, Sabine Schübel, Josef Waas, mit den Vorsitzenden Hans Koller (hinten 2. V.l.) und Christine Wutz (h.l.) Foto: Hans Böll

Ein Höhepunkt dieser Veranstaltung war die Verleihung des Goldenen Verbandsabzeichens an engagierte Mitglieder, die sich durch ihr langjähriges Engagement und herausragende Tätigkeiten für den Verband sowie ihre bedeutende Rolle in der Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit verdient gemacht haben.

Das Goldene Verbandsabzeichen des vlf Bayern wurde verliehen an:

Regine Bodenschatz aus Mittelfranken
Karl Erhart aus Niederbayern
Berta Faßold aus Mittelfranken
Albert Gollwitzer aus der Oberpfalz
Freidrich Gronauer - Weddige aus Mittelfranken
Roswitha Kammermeier aus Niederbayern
Johann Kobler aus Niederbayern
Georg Mayer aus der Oberpfalz
Thomas Mirsch aus Niederbayern
Rolf Oehler aus Oberbayern
Dr. Susann Rosenberger aus Oberbayern
Sabine Schübel aus Oberfranken
Josef Waas aus Niederbayern
Hans Walter aus Mittelfranken

Ihnen Allen gebührt ein herzlicher Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz.

Landesversammlung des vlf Bayern in Straubing mit Ehrengast Hubert Bittlmayer, Amtschef StMELF
Foto: vlf Bayern

Landesversammlung des vlf Bayern in Straubing mit Ehrengast Hubert Bittlmayer, Amtschef StMELF Foto: vlf Bayern

Verbandsvorsitzender Hans Koller bezeichnete den vlf als „Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis“. Das große Netzwerk des vlf ermöglicht es, unterschiedliche Bereiche wie Bildung, Klimaschutz und den Schutz natürlicher Ressourcen zu verbinden und somit den Bildungsauftrag umfassend zu erfüllen. 

Die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft im Kontext von Nachhaltigkeit und Klimaschutz wurde vom Amtschef des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, Hubert Bittelmayer, betont. Er hob hervor, dass der Begriff der Nachhaltigkeit in diesem Sektor seinen Ursprung hat und dass der Agrarsektor zu den wenigen gehört, die die CO2-Ziele erfolgreich eingehalten haben. In Bayern werden 52% der erneuerbaren Energien durch Bioenergie erzeugt, was nur durch die Land- und Forstwirtschaft möglich ist. Dennoch gibt es noch ungenutztes Potenzial, das ausgeschöpft werden kann.

Markus Pannermayr, Oberbürgermeister von Straubing, unterstrich die Rolle der Landwirtschaft bei der Landschaftspflege und Nahrungsmittelerzeugung. Der vlf trägt zur fachlichen Qualität bei und ermöglicht einen konstruktiven Dialog mit Politik und Gesellschaft. Die Herausforderung für die Land- und Forstwirtschaft liegt nun in der Transformation vom fossilen Zeitalter hin zu einer grünen Bioökonomie, so Pannermayr.
Ein Beitrag zur Diskussion über Klima und Wald kam von Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes. Er betrachtete gängige Behauptungen aus der Gesellschaft und Politik. Ein Problem sei ,dass die öffentliche Diskussion nicht zu der Realität passt. Eine verstärkte Nutzung von Wäldern zur Erreichung der Klimaziele ist unabdingbar, „wir gefährden den Klimaschutz, wenn wir diesen Holz-Vorrat weiter stehen lassen“. Die aktuell vorherrschenden Fichtenwälder seien nicht für die kommenden Herausforderungen gewappnet, und die nachhaltige Bewirtschaftung sowie die Umstellung auf Mischwälder seien dringend erforderlich. Prof. Hubert Röder von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf betonte die Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für die Stärkung der Biodiversität. Er wies darauf hin, dass eine rein sektorale Betrachtung des Waldbestandes zu falschen Schlüssen führt und dass stillgelegte Wälder eine schlechtere Klimabilanz haben als produktiv genutzte. Investitionen in Jungbestände und die Verwendung von Altholz seien daher Investitionen in die Zukunft und hätten ein enormes Potenzial für den Klimaschutz.

Prof. Ursula Münch von der Akademie für Politische Bildung beleuchtete die Diskussion über das Klima aus politischer Perspektive. Sie betonte die Herausforderung für die Politik, die vielfältigen gesellschaftlichen Interessen zu bündeln und Mehrheiten für das Gemeinwohl zu organisieren, während sie unter permanenter Beobachtung durch digitale Medien steht.