
Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.
Organisation für Aus-, Fort-, und Weiterbildung in der Land- und Hauswirtschaft sowie im gesamten Agrarbereich
Im Rahmen der diesjährigen Landesversammlung des vlf Bayern, über die das Wochenblatt in der letzten Ausgabe berichtete, fand am Vortag wieder die Tagung der Vorsitzenden und Geschäftsführer/-innen der Kreis- und Bezirksverbände sowie der weiteren Mitgliedsverbände des vlf Bayern statt. Eingerahmt wurde die Veranstaltung durch eine Betriebsbesichtigung auf dem Oxenhof der Familie Meyr in Aufhofen.
Betriebsbesichtigung auf dem Oxenhof
Der Oxenhof der Familie Meyr, welche auch den traditionsreichen Gasthof und das Hotel Jägerwirt betreibt, verfolgt ein klar regional ausgerichtetes und nachhaltiges Betriebskonzept. Die Familie entschied sich bewusst für die eigene Ochsenmast, um Tierwohl, transparente Wertschöpfung und verantwortungsbewussten Fleischgenuss miteinander zu verbinden. Die Tiere leben in einem hellen, luftigen Laufstall mit reichlich Tageslicht und frischem Stroh im Tretmiststall. Gefüttert werden die Ochsen ausschließlich mit Heu aus der hofeigenen Heutrocknung, was nicht nur eine konstante Futterqualität, sondern auch eine besondere Fleischqualität gewährleistet. Die Tiere werden auf dem Viehmarkt zugekauft, zunächst einige Wochen eingewöhnt und anschließend kastriert. Ein zentrales Element des Betriebskonzepts ist die vollständige Wertschöpfung auf dem Hof: Die Schlachtung erfolgt direkt auf dem Gelände in einem eigenen, modern ausgestatteten Schlachthaus. Der Transportweg entfällt damit nahezu vollständig – die Tiere gelangen stressfrei und selbstständig vom Stall in den Schlachtraum. Metzgermeister und Fleischsommelier Josef Meyr übernimmt die Verarbeitung persönlich. Das Fleisch wird anschließend im eigenen Hofladen und der Wirtschaft vermarktet, wo neben Ochsenfleisch auch hausgemachte Wurstwaren und weitere regionale Produkte angeboten werden.
Der Betrieb wird von allen Generationen der Familie Meyr getragen, wodurch Landwirtschaft, Ochsenmast, Schlachtung, Vermarktung und Gastronomie eng verzahnt sind. Dieses Zusammenspiel macht den Oxenhof zu einem Beispiel dafür, wie nachhaltige Landwirtschaft, handwerkliche Qualität und moderne Betriebsführung miteinander wirken können.
Kreisdelegiertentagung im Gasthof Jägerwirt
Im Anschluss an die Führung fand die Kreisdelegiertentagung im Saal des Gasthof Jägerwirt der Familie Meyr statt. Der Jägerwirt steht seit vier Generationen für regionale, handwerklich geprägte Küche und führt die landwirtschaftliche Ausrichtung des Oxenhofs in der Gastronomie konsequent weiter.
Während eines Workshops in Form von Murmelrunden tauschten sich die Vorsitzenden und Geschäftsführer des vlf’s über aktuelle und zukünftige Aufgaben aus. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um den „Markt der Möglichkeiten der Geschäftsführer und Vorsitzenden“ für vlf-Verantwortliche sowie die Weiterentwicklung der Arbeit auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene. In weiteren kurzweiligen Vorträgen wurden Strategien der Mitgliedergewinnung diskutiert und interne Themen aufgegriffen. Judith Landes, Projektleiterin des Projekts „Landwirtschaft im Klimawandel“ des Wertebündnis Bayern, stellte den aktuellen Stand und die Zielsetzungen des Projekts vor.
Begrüßungsabend
Beim geselligen Begrüßungsabend präsentierte Bezirksvorsitzender Robert Grimm die Vielfalt Oberbayerns – von touristischen Höhepunkten über wirtschaftliche Besonderheiten bis hin zu regionalen Traditionen. Musikalisch und tänzerisch wurde der Abend von der Volkstanzgruppe der Trachtenvereine aus Egling und den Sachsenkamer „Goaßler Schnalzern“ gestaltet, die die Gäste in die Tradition des Schuhplattelns und des Goaßlschnalzens einführten.