Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.

Organisation für Aus-, Fort-, und Weiterbildung in der Land- und Hauswirtschaft sowie im gesamten Agrarbereich

Bundeslandwirtschaftsminister betont Bedeutung der heimischen Agrarwirtschaft

Landesversammlung des vlf Bayern 2025

Hans Koller, Vorsitzender des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern (vlf), durfte auf der diesjährigen Landesversammlung den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer begrüßen.

Die Vorsitzenden vom vlf Landesverband und vlf Bezirksverband Oberbayern bedankten sich bei Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer für sein Kommen. 
v.l.: Nikolaus Kraus (MdL), Hans Koller (MdB), Alois Rainer (MdB), Sonja Dirl, Robert Grimm, Christine Wutz. 
Foto: vlf Bayern

Die Vorsitzenden vom vlf Landesverband und vlf Bezirksverband Oberbayern bedankten sich bei Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer für sein Kommen. v.l.: Nikolaus Kraus (MdL), Hans Koller (MdB), Alois Rainer (MdB), Sonja Dirl, Robert Grimm, Christine Wutz. Foto: vlf Bayern

In seiner Begrüßung wies er darauf hin, dass viele junge Betriebsnachfolger nicht ausreichend motiviert seien, in die elterlichen Betriebe einzusteigen. Gründe seien unter anderem eine überbordende Bürokratie, sowie die teilweise mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz. Die jüngsten Krisen hätten gezeigt, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt entstehen, sondern auf den landwirtschaftlichen Flächen produziert werden. Die Landwirtschaft und der Forst prägen den Begriff Nachhaltigkeit, so Koller. Dieses Bewusstsein müsse an die junge Generation weitergegeben werden – dafür brauche es starke Verbände, Bildungsorganisationen und engagierte Behördenvertreter.

Dass die Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft für die Versorgungssicherheit in Deutschland eine zentrale Rolle spielt, betonte auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Er lobte die enorme Vielfalt der Branche – vom Ackerbau über die Tierhaltung und den Sonderkulturen bis hin zu kleinen und großen Betrieben, sowohl ökologisch als auch konventionell.

Die Landwirtschaft sei ein „unverzichtbarer Bestandteil kritischer Infrastruktur“, so der Minister. Die Pandemie habe gezeigt, wie störanfällig Versorgungsketten sein können. „Lebensmittel sind keine Selbstverständlichkeit“, betonte Rainer und forderte, die Ernährungssicherheit müsse politisch wie gesellschaftlich neu gewichtet werden.

Plädoyer für Vielfalt statt ideologischer Debatten
In der Diskussion um Ernährungsgewohnheiten sprach sich der Minister gegen moralische Belehrungen aus. Entscheidend sei, dass allen Menschen eine ausgewogene Ernährung und verlässliche Informationen zur Verfügung stehen – unabhängig davon, welchem Ernährungsstil sie folgen. Qualität und Herkunft regionaler Produkte müssten stärker in den Fokus rücken.

Bürokratie als Wachstumsbarriere
Nach Ansicht des Ministers ist die Bereitschaft der Landwirte, sich auf neue Bedingungen einzustellen, ungebrochen. Viele Entwicklungen würden jedoch durch übermäßige bürokratische Hürden behindert. Diese Fesseln müssten gelöst werden, um Betrieben echte Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Der vlf spiele dabei als Dialogpartner und durch sein Engagement in der landwirtschaftlichen Fachbildung eine zentrale Rolle.

Anhand eines Beispiels aus seiner Heimatgemeinde erläuterte der Minister, wie stark die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe in vielen Regionen zurückgegangen sei. Mit dem wachsenden Abstand zwischen Bevölkerung und Landwirtschaft nehme auch das Verständnis für betriebliche Abläufe ab – etwa für nächtliche Erntearbeiten oder große Maschinen auf den Straßen. Aufklärungsarbeit sei daher entscheidend, um wieder mehr Akzeptanz zu schaffen.

Wertschätzung statt Selbstverständlichkeit
Abschließend betonte der Minister, dass Wertschätzung und wirtschaftliche Perspektiven Hand in Hand gehen müssten. Nur wenn die Gesellschaft die Bedeutung der Landwirtschaft anerkennt, könne sie weiterhin hochwertige und sichere Lebensmittel bereitstellen. Die Branche sei „systemrelevant“ und brauche eine entsprechende politische Unterstützung.

Auch Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbands, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Lebensmittelsicherheit für die Zukunft. „Unsere Aufgabe ist es, die Zukunft unserer nächsten Generation nicht zu gefährden. Mut für die Zukunft verbindet uns!“, so Felßner. Mut jedoch brauche Wissen, Können und Bildung – ebenso wie die Bereitschaft, Verantwortung durch tatkräftiges Handeln zu übernehmen. Der vlf leiste hierzu mit seiner Bildungsarbeit einen wertvollen Beitrag.

Verleihung des Goldenen Verbandsabzeichen des vlf Bayern

Verleihung des Goldenden Verbandsabzeichen des vlf Bayern an besonders engagierte Persönlichkeiten.
Foto: vlf Bayern

Verleihung des Goldenden Verbandsabzeichen des vlf Bayern an besonders engagierte Persönlichkeiten. Foto: vlf Bayern

Im Anschluss wurde das Goldene Verbandsabzeichen verliehen an engagierte welche sich im Sinne des Verbandes durch herausragende Tätigkeiten für den Verband, für die Ausbildung oder beim Engagement in der Öffentlichkeit auszeichnen.

Das Goldene Verbandsabzeichen des vlf Bayern wurde verliehen an:

Karl-Heinz Bittl, Lkr. Eichstätt
Sonja Dirl, Lkr. München
Josef Grandl, Lkr. Mühldorf
Else Greßmann, Lkr. Eichstätt
Wolfgang Hampel, Lkr. Miesbach
Roswitha Hüttinger, Lkr. Eichstätt
Nikolaus Kraus, Lkr. München
Schöberl, Christine, Lkr. Mühldorf am Inn

Ihnen Allen gebührt ein herzlicher Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz. Wir danken Ihnen für Ihre Ideen und Ihr Engagement in der Umsetzung für die Weiterentwicklung des Verbandes und von Bildungsangeboten sowie für ihre Arbeit als Brückenbauer zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.