
Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.
Organisation für Aus-, Fort-, und Weiterbildung in der Land- und Hauswirtschaft sowie im gesamten Agrarbereich
„Trockenheit, Starkregen sowie Auflagen und trotzdem erfolgreich arbeiten.“ Unter dieser Prämisse stand der „Praxistag“, den die Regierung von Unterfranken mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie dem Maschinenring Haßberge und dem Verband für landwirtschaftliche Fachbildung veranstaltete und auf ein großes Interesse von Landwirten stieß. Diese kamen aus Unterfranken, Oberfranken und sogar aus Thüringen und interessierten sich für die zwei Demonstrationsbetriebe, die mit Direktsaat und neuen Techniken, aber auch mit Fruchtfolge und Dauerkulturen effiziente Lösungen gefunden haben.
Auf dem Feld von Steffen Beiersdorfer besah man sich die „durchwachsene Silphie“, die gepflanzt wird und dann 10 Jahre wäschst und geerntet werden kann. (c) Günther Geiling
Nadine Jäger von der Regierung von Unterfranken verwies eingangs auf den Ausgangspunkt, der Ausweisung der roten Gebiet im Jahre 2020, wo man mit Erzeugern erste Überlegungen in den Gaulagen zu den Nmin-Untersuchungen anstellte. Ab 2022 habe man sich dann Richtung Rhön-Grabfeld und die Haßberge bewegt, wo insbesondere die beiden Betriebe Steffen Beiersdorfer und Susanne Reichert-Mönch viel ausprobiert hätten. Behördenleiterin Klaudia Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt erinnerte an das „Nmin-Projekt“ (Nmin = mineralischer Stickstoff), dessen Ziel es ist, Dünger möglichst ressourcenschonend einzusetzen. „Wer es schafft, niedrige Werte zu haben, hat viel für die Umwelt getan. Es bedeutet, dass auch wenig Stickstoff ins Grundwasser auswaschen kann.“
Der Betrieb Mönch setze dabei auf Technik und probiere viel aus. „Mit Direktsaat, Strip Tillage und präziser Düngerapplikation arbeitet der Betrieb sehr wassersparend.“ Der Betrieb Beiersdorfer sei noch zusätzlich ein Demonstrationsbetrieb im Demonetz „Gewässer-, Boden- und Klimaschutz“. Der Betrieb setze auf weite Fruchtfolgen und innovative Biogaskulturen wie die „durchwachsene Silphie.“
Susanne Reichert, die auch Vorsitzende des Maschinenrings Haßberge ist, stellte ihren Betrieb mit vorwiegend Ackerflächen vor, der seinen Sitz im Landkreis Haßberge habe, aber einen Großteil seiner Flächen auch in Thüringen bewirtschafte. „Auch wir sind ein sehr benachteiligtes Gebiet, haben Probleme mit Trockenheit, noch dazu mit Trockenphasen in der Hauptvegetationsperiode.“ Dazu komme die Gräserproblematik mit dem Ackerfuchsschwanz. „Ich bin durch die Düngung zu diesem Thema gestoßen und es ist mir ein Herzensthema. Der Unmut über die roten Gebiete steckt uns noch in den Knochen und dem wollte ich mit Fachwissen und eigenen Lösungen begegnen.“
Dabei stellte sie auf eine neue Generation von Einzelkornmaschinen ab, die man in Augenschein nehmen konnte. „ Bei der Einzelkornsaat ist es unser Ziel, die Nährstoffe in der Fläche zu halten. Bei Strip Till kann ich auch den Dünger reinlegen und richtig planen. Dabei komme ich mit einer Einsparung von bis zu 20% hin.“ Jedes gepflanzte Saatgut bekomme damit den besten Start ins Leben und bleibe eine hohe Wasserinfiltration erhalten.
Steffen Beiersdorfer hat in seinem Betrieb die Tierhaltung aufgegeben, aber auch Gerste und Raps waren nicht optimal, so dass er auf Fruchtfolgen mit Mais, Gerste, Weizen, Raps und Luzerne gesetzt habe..
Steffen Beiersdorfer zeigte seinen Weg auf, wie er für die Biogasanlage eine Alternative gesucht habe und dabei auf die „durchwachsene Silphie“ gestoßen sei. „Diese Silphie habe ich im Jahre 2018 gesät. Einmal gesät – soll sie 10 Jahre nachwachsen. Sie ist allerdings nur in der Biogasanlage zu verwerten, nicht für die Tierhaltung.“
Günther Geiling